1968 – Zürich steht Kopf

Rebellion, Verweigerung, Utopie

Der antibürgerliche Aufbruch und seine Wirkung: Dieses Buch blickt auf die Revolte der 1960er-Jahre zurück, als auch in Zürich Gesellschaft, Alltag und Kultur auf den Kopf gestellt wurden.

 

 

Titelinformation

Herausgegeben von Fritz Billeter und Peter Killer

1. Auflage

, 2008

Gebunden

256 Seiten, 73 farbige und 87 sw Abbildungen

23 x 30 cm

ISBN 978-3-85881-220-9

Inhalt

1968 ist eine symbolische Zahl. Für die einen ist sie eine Metapher für Fehlentwicklungen aller Art, für andere ist sie das Synonym für ein Gesellschaftsmodell der Hoffnung. «Die Fantasie an die Macht», rief damals die Jugend der westlichen Welt und erhob sich gegen erstarrte Autoritäten und Institutionen – auch Zürich stand Kopf.

Aus Anlass der 40. Wiederkehr des Mai ʾ68 wirft dieses Buch einen genauen Blick auf die damaligen Geschehnisse. 18 bekannte Autorinnen und Autoren erzählen und analysieren, was damals in Zürich und Umgebung vor sich ging. Sie beleuchten das Neue, das in Kultur, Politik und Gesellschaft aufbrach und sich zum Teil bis heute bewährt hat. Und sie versuchen zu verstehen, was gescheitert ist. Das Buch ist mit zahlreichen Dokumenten, Fotografien, Kunstwerken und Postern illustriert. Das Buch erschien zur Ausstellung im Vögele Kulturzentrum, Pfäffikon/SZ.

Mit Beiträgen von Fritz Billeter, Walter Binder, Sabine Flaschberger, Roland Gretler, Regula Heusser-Markun, Stefan Howald, Urs Jaeggi, Louis Jent, Urs Kern, Peter Killer, Christoph Kuhn, Pierre Lachat, Emilio Modena, Francis Reusser, André Seidenberg, Hansjörg Siegenthaler, Doris Stauffer und Peter K. Wehrli.

Autoren & Herausgeber

Fritz Billeter

 (*1929, Zürich), Kunstkritiker und Publizist. Lehrtätigkeit an verschiedenen Zürcher Mittelschulen. 1971–1995 Kulturredaktor beim Tages-Anzeiger. 1983–2000 Berater der Kunstsammlung Charles und Agnes Vögele, Pfäffikon/SZ.

Walter Binder

 (*1931, St. Gallen), Fotograf. 1971 Gründungsmitglied und 1984–1998 vollamtlicher Leiter der Schweizerischen Stiftung für die Photographie (heute Fotostiftung Schweiz). 1977–1983 Vorsteher der Abteilung Film und Fotografie bei Pro Helvetia.

Sabine Flaschberger

 (*1961), Historikerin und Kunsthistorikerin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Plakatsammlung des Museums für Gestaltung Zürich.

Roland Gretler

 (*1937, St. Gallen), ehemaliger Werbe- und Industriefotograf. Aufbau des Bildarchivs & Dokumentation zur Geschichte der Arbeiterbewegung sowie des Privatarchivs Gretlers Panoptikum zur Sozialgeschichte.

Regula Heusser-Markun

 (*1943), Journalistin und Autorin. 1971–1976 Studium der Slawistik und osteuropäischen Geschichte in Zürich, als Werkstudentin Unterricht an diversen Schulen. Ab 1976 freie Journalistin. 1980–2006 Redaktorin bei der Neuen Zürcher Zeitung, Beilage «Zeitfragen».

Stefan Howald

 (*1953, Brugg), Journalist, Publizist und Übersetzer, Redaktor bei der WOZ – Die Wochenzeitung. Studium der Germanistik und Geschichte in Zürich und Berlin. 1984–1991 Redaktor beim Tages-Anzeiger. Publikationen u.a.: George Orwell. Bildmonographie (1997); Eric Ambler. Eine Biographie (2002); Insular denken. Grossbritannien und die Schweiz (2004).

Urs Jaeggi

 (*1931, Solothurn), Professor für Soziologie in Bern, Bochum, New York und Berlin. Lebt als bildender Künstler und Schriftsteller in Berlin und Mexiko-Stadt.

Louis Jent

 (*1936), Autor, Filmer und Werber.

Urs Kern

 (*1951), Wirtschaftshistoriker. Seit 1987 Redaktor und Dokumentarfilmer beim Schweizer Fernsehen SF1. Arbeitet ausserdem als freier Wirtschaftsjournalist.

Peter Killer

 (*1945, Zürich), Kunstkritiker und Kurator. Ausbildung als Primarlehrer. 1969–1973 Redaktor bei der Zeitschrift Du. 1974–1994 Kunstkritiker beim Tages-Anzeiger und Ausstellungsmacher. 1983–2001 Leiter des Kunstmuseums Olten. Seither wieder freischaffend, lebt in Olten.

Christoph Kuhn

 (*1937, Basel), Journalist. Studium der Germanistik und Romanistik. 35 Jahre lang hauptsächlich für den Zürcher Tages-Anzeiger als Literatur- und Theaterkritiker sowie als Auslandkorrespondent in Frankreich und Lateinamerika tätig.

Pierre Lachat

 (*1943), Journalist beim Schweizer Radio DRS und Dozent für Filmgeschichte an der Hochschule Luzern. Publizist seit 1963.

Emilio Modena

 (*1941, Neapel), Psychoanalytiker. Seit 1950 in der Schweiz. Medizinstudium, psychoanalytische Ausbildung. Gründer der Stiftung für Psychotherapie und Psychoanalyse. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen.

Francis Reusser

 (*1942, Vevey), Fotograf und Filmregisseur. Studium an der École de photographie in Vevey, Ausbildung bei Télévison Suisse Romande. Goldener Leopard am Filmfestival Locarno, Grosser Preis am Festival de Hyères mit Le Grand Soir, 1976. Prix Leenaards 2003 für das Gesamtwerk.

André Seidenberg

 (*1951, Zürich), Facharzt für allgemeine Medizin mit eigener Praxis in Zürich. Pionier in der Schweizer Drogenpolitik der 1980er- und 1990er-Jahre, massgebend beteiligt bei der Aufhebung des sogenannten Spritzenabgabeverbots.

Hansjörg Siegenthaler

 (*1933), Wirtschaftshistoriker. 1970–1998 Professor für Allgemeine Neuere Wirtschaftsgeschichte und spezielle Gebiete der Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich.

Doris Stauffer

 (*1934, Amden), Objektkünstlerin, Publizistin, Feministin. 1969 Mitbegründerin der Frauenbefreiungsbewegung (FBB) und 1971 der F+F-Schule für experimentelle Gestaltung Zürich, an der sie auch als Lehrerin tätig war. Lebt in Zürich.

Peter K. Wehrli

 (*1939), Redaktor und Autor. Studium der Kunstgeschichte. 1971 Mitherausgeber der Anthologie Dieses Buch ist gratis. Seit 1965 Redaktor beim Schweizer Fernsehen, Regisseur verschiedener Künstlerfilme. Autor von Katalog von Allem.

Echo

«Den gesellschafts- und kulturpolitischen Humus analysieren Fritz Billeter und Peter Killer sowie Mitstreiter ihrer Generation in einer fantastischen Chronik: detailreich, sachkundig und spannend. Ein Muss für Nachgeborene und ‹Weischno-Achtundsechziger›.» Feli Schindler, züri-tipp

 

«18 bekannte Autorinnen und Autoren erzählen und analysieren den damaligen Aufbruch. Gut 60 Seiten Kunstbilder ‹wider Akademismen› und ‹gegen die Schalterhallenkunst› sowie weitere hervorragende Fotografien vermitteln sinnlich den Geist von 68 und zeigen künstlerische Impulse, die bis heute nachwirken.» Urs Rauber, NZZ am Sonntag

 

«Das Buch ist mehr als ein Katalog. Es liefert Hintergründe, historische Einordnungen, Ausflüge in die Theater- und Drogenszene und an die Uni – teilweise von Zeitzeugen wie Peter K. Wehrli, Pierre Lachat, Walter Binder oder Christoph Kuhn. Die 250 Seiten bieten auch für ‹Nachgeborene› Lese- und Bildstoff, inklusive einem Glossar, das Ereignisse und Begriffe erklärt.» Sabine Altorfer, Aargauer Zeitung

 

«Das Buch versammelt eine Reihe schöner Beiträge, die ernsthafte Analyse und feine Ironie zu verbinden wissen. Es ist ein unverzichtbares Komplement zur gleichnamigen Ausstellung und vermittelt eindeutig mehr vom Groove des Aufbruchs.» Barbara Basting, Tages-Anzeiger