Chandigarh 1956

Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Jane B. Drew, E. Maxwell Fry

Erst jetzt in gedruckter Form verwirklicht: Ernst Scheideggers 1956 entworfenes Fotobuch zur Entstehung von Le Corbusiers Stadt Chandigarh in Indien ist die früheste Dokumentation der Architektenpilgerstätte. Mit Faksimile der Originalmaquette.

 

 

Titelinformation

Herausgegeben von Stanislaus von Moos. Fotografien von Ernst Scheidegger. Mit Texten von Maristella Casciato, Verena Huber Nievergelt, Stanislaus von Moos und Ernst Scheidegger

1. Auflage

, 2010

Text Deutsch und Englisch

Gebunden

272 Seiten, 145 farbige und 132 sw Abbildungen

26 x 27 cm

ISBN 978-3-85881-222-3

Inhalt

Mitte der 1950er-Jahre erarbeitete Le Corbusier (1887–1965) mit seinem Büro den Masterplan und die Regierungsgebäude der indischen Stadt Chandigarh. Der Schweizer Fotograf Ernst Scheidegger, Gründungsmitglied der Agentur Magnum, dokumentierte die Bauarbeiten und das Leben der Bevölkerung und gestaltete darauf die Buchskizze Chandigarh 1956. Sie sollte die Ideen der architektonischen Moderne und ihre gesellschaftlichen Anliegen verbreiten – ein visionäres Vorhaben, aus dem damals nichts wurde. Heute ist es aktueller denn je.
Mehr als 50 Jahre später können Scheideggers atmosphärische Farb- und Schwarzweiss-Fotografien, als Buch erscheinen. Durch die kommentierte Originalmaquette von Chandigarh 1956 sowie einen Essay des Corbusier-Spezialisten Stanislaus von Moos ergänzt, wird die Bedeutung von Scheideggers Buchprojekt auch für die heutige Diskussion deutlich. Die Fotohistorikerin Verena Huber Nievergelt ordnet Scheideggers Fotografien in den Kontext ihrer Entstehungszeit ein.

Autoren & Herausgeber

Maristella Casciato

 (*1950), Architektin, Professorin für Architekturgeschichte an der Architekturfakultät «Aldo Rossi» in Cesena der Universität Bologna und Associate Director Research am Canadian Centre for Architecture (CCA) in Montreal. Forschungsarbeiten u.a. zur Entstehungsgeschichte von Chandigarh sowie zu Leben und Werk von Pierre Jeanneret.

Verena Huber Nievergelt

 (*1971, Winterthur), Kunst- und Fotografiehistorikerin. Seit 2005 in Forschung und Lehre im Bereich Geschichte und Theorie der Fotografie tätig, u.a. an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK und an der Universität Zürich.

Stanislaus von Moos

 (*1940, Luzern), 1983–2005 Professor für moderne Kunst an der Universität Zürich, seit 2010 Gastprofessor an der Yale School of Architecture. Verfasser zahlreicher Monografien, u.a. über Le Corbusier und Robert Venturi.

Ernst Scheidegger

 (1923–2016). Frühe Tätigkeit als Fotograf für die Agentur Magnum. 1956/57 Unterricht mit Max Bill an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und in Ahmedabad (Indien) Aufbau einer Schule für Design. 1960–1988 Redaktor der Bildbeilage «Das Wochenende» der Neuen Zürcher Zeitung, Galerist und Dokumentarfilmer. 1962 Gründung des Verlags Ernst Scheidegger. 1997 zusammen mit Heiner Spiess Neugründung des Verlags unter dem Namen Verlag Scheidegger & Spiess.

Echo

«In 1956, a young Magnum photographer travelled to India with an ambitious project in mind. Ernst Scheidegger’s intention was to use his camera to document the erection of the new capital in stages and publish the pictures in a series of books. The project went unrealized (...) Finally, a georgeous new book, Chandigarh 1956, collects the images, along with texts and other materials and brings the original project to completion. Classic photo-reportage at its best, it provides a personal account of a crucial moment in social and architectural history.» 032c

 

«La qualité de l’iconigraphie et la rigueur de la mise en page en font un livre rare.» Valérie Didelon, AMC Le Moniteur Architecture

 

«When a thorough retrospective study of Chandigarh does eventually come to be publish, it needs the same human inclusive eye that Scheidegger displays in this book.» Andrew Mead, The Architectʾs Journal

 

«Aus heutiger Perspektive sind Scheideggers Aufnahmen von grossem Wert, weil sie uns unbekannte zeitgenössische Ansichten des Bauprojekts vermitteln. Darüber hinaus erlauben sie uns aber auch an einen neuralgischen Punkt der europäischen Moderne zurückzugehen, an dem sich eine zum Teil erschreckende postkoloniale Perspektive mit dem globalen Versprechen der Moderne auf ein besseres Leben für alle untrennbar vermischt.» Nina Zimmer, Basler Zeitung

 

«Eine Fotodokumentation, die, kombiniert mit drei gelungenen Essays, einen gelungenen Bericht von Le Corbusiers vielleicht ambitioniertestem Bauvorhaben darstellt. Gut für den Leser, der das nun erschienene Buch in der Hand hält, dass es die Fotografien, intelligent kombiniert mit verständlich geschriebenen Texten, nun doch noch ans Tageslicht geschafft haben.» Uli Meyer, BauNetzWoche

 

«Eine analytische, sinnlich ansprechende Chandigarh-Monografie.» Urs Steiner, Neue Zürcher Zeitung

 

«Ein fotografisch illustrer Dialog zwischen Architektur und Kontext.» Rahel Hartmann Schweizer, tec21

 

«Das wunderbare Kompendium dokumentiert eine Stadtutopie, die real wird.» Sandra Hofmeister, www.stylepark.com

 

«Auch wenn wir den Fortschrittsoptimismus dieser Bilder heute kaum mehr nachempfinden können, so berauschen Scheideggers Fotografien immer noch – als Architekturbilder, die den Fokus nicht auf Mauern, sondern auf den Menschen selbst richten. Essays zur Geschichte und Bedeutung von Chandigarh runden einen Band ab, dem man schon heute zu den schönsten Fotobüchern des Jahres zählen kann. Ein wundervoll gestalteter, perfekt gedruckter Band.» Marc Peschke, www.kunstbuchanzeiger.de

 

«Scheidegger zeigt also das, vor dem Architekten bis heute graut: Natur und Mensch sind schliesslich die Feinde ihrer Arbeit. Die eine fabriziert hässliche Wasserflecken, der andere versucht, sein Zuhause wohnlich zu gestalten – was kaum eine Entwurfsidee unbeschädigt übersteht. Die klassische Architekturfotografie kehrt das Leben deswegen fein säuberlich aus den Bauten – indem Ernst Scheidegger es in den Bildern lässt, gibt er die Chance, auch hinter die Betonfassade zu schauen.» Laura Weissmüller, Süddeutsche Zeitung

 

«Das Besondere an den Fotografien ist nicht nur der genaue Blick auf den Bauprozess und den formalen Ausdruck des postkolonialen Aufbruchs, sondern auch ein ethnografisches Interesse an den Menschen, welche die neue Stadt belebten und bewohnten.» Sabine von Fischer, werk, bauen + wohnen

 

«PS: The photographs in this remarkable book were for years consigned to the archives and are now published for the first time. A big thank you to the publisher!» Hans Durrer, http://durrer-intercultural.blogspot.ch