Ferdinand Hodler. Landschaften

Landschaften mit Charakter: Ferdinand Hodlers Gemälde vom Genfersee oder den Alpen sind weltberühmt. Die Neuausgabe des populären Standardwerks.

 

 

Titelinformation

Mit Beiträgen von Oskar Bätschmann, Tobia Bezzola, Paul Lang und Paul Müller sowie Bildkommentaren von Monika Brunner, Matthias Fischer und Claire-Lise Schwok. Herausgegeben von der Zürcher Kunstgesellschaft / Kunsthaus Zürich

Unveränderte Neuausgabe

, 2011

Gebunden

192 Seiten, 70 farbige und 62 sw Abbildungen

24.5 x 30 cm

ISBN 978-3-85881-344-2

Inhalt

Die rund 70 schönsten und wichtigsten Gemälde Ferdinand Hodlers (1853–1918) beweisen die Bedeutung, welche der Landschaftsdarstellung innerhalb der künstlerischen Entwicklung dieses grossen Schweizer Malers zukommt. «Eine Landschaft muss Charakter haben, eine Leidenschaft oder eine Gemütsbewegung ausdrücken», meinte Hodler einmal. «Ihr Charakter gibt ihr ihre Individualität. Figuren oder Anekdoten fügen nicht nur nichts hinzu, sondern schwächen die packende oder direkte emotionale Wirkung.»
Dieses Standardwerk zu Hodlers Landschaften führt vor Augen, wie der Maler von den spätromantischen Anfängen zu seiner eigenständigen Monumentalität in der Darstellung findet. In den zwei Jahrzehnten bis zu seinem Tod entsteht ein Landschaftswerk, das zu den grossen originalen Leistungen der modernen europäischen Malerei zählt. Das Buch erschien erstmals 2003 zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich.

 

Ein Hinweis zur Rezeptionsgeschichte Hodlers im Deutschen Reich: Ferdinand Hodler war Anfang des letzten Jahrhunderts in Deutschland ein berühmter Maler, bis er 1914 den «Genfer-Protest» gegen die Bombardierung der Kathedrale von Reims durch die deutsche Artillerie mitunterzeichnete. Umgehend wurde er aus sämtlichen deutschen Künstlervereinigungen ausgeschlossen, seine Bilder verschwanden aus den Museen, das eben vollendete Wandgemälde Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg von 1813 in der Universität Jena hinter einem Bretterverschlag versteckt. (Siehe Franz Joachim Verspohl, «Gebannt, fast erschrocken bleiben wir vor dem Hodlerbilde stehen», in: Swiss, Made, hrsg. von Beat Schläpfer, Scheidegger & Spiess, Zürich 1998, S. 207ff.)

Autoren & Herausgeber

Oskar Bätschmann

 (*1943, Luzern), Kunsthistoriker und emeritierter Professor für Kunstgeschichte. Seit 2009 Professorial Fellow am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA. Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Florenz und Zürich. 1991–2009 Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Bern. Mit Paul Müller Projektleiter des Catalogue raisonné Ferdinand Hodler.

Tobia Bezzola

 (*1961, Bern), seit 2013 Direktor des Museums Folkwang in Essen. 1995–2013 Kurator am Kunsthaus Zürich. Studium der Philosophie und Kunstgeschichte. 1991–1993 Assistent von Hermann Lübbe am Philosophischen Seminar der Universität Zürich. Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zur Kunst der klassischen Moderne und der Gegenwart, Fotografie und Video. Sohn des Fotografen Leonardo Bezzola.

Monika Brunner

, Kunsthistorikerin. 1991 Studium der Kunstgeschichte und Volkskunde in Bern, Zürich und Leiden (NL). 1999–2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Graphischen Sammlung Kunstmuseum Bern. Verschiedene kuratorische Projekte und 2003–2004 Kuratorin ad interim der Adolf-Wölfli-Stiftung, Bern. Seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA für das Projekt Ferdinand Hodler. Catalogue raisonné.

Matthias Fischer

 (*1960, München), Kunsthistoriker und Autor, seit 2013 Sammlungskurator am Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen. Studium der Politischen Wissenschaften, Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie in München und Bern.

Paul Lang

 (*1958), Stellvertretender Direktor und Chefkurator an der National Gallery of Canada in Ottawa. Studium der Kunstgeschichte in Genf. Assistent am Kunsthistorischen Seminar der Universität Neuenburg. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft Zürich. 2000–2011 Konservator am Musée d'art et d'histoire de Genève.

Paul Müller

 (*1951, Luzern), seit 1981 am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA. 1973–1979 Studium der Kunstgeschichte, der Klassischen Archäologie und der Ethnologie an der Universität Basel. 1984–1995 freier Mitarbeiter der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsammlung, Vaduz. Seit 2000 gemeinsam mit Oskar Bätschmann Projektleiter des Catalogue raisonné Ferdinand Hodler.

Claire-Lise Schwok

Echo

«Es gibt Bücher über die Kunst und Kunstbücher. Und solche, die mit der Kunst, die sie uns vorstellen wollen, selbst erlesene Kunstwerke sind. Ein solches bibliophiles Kunstwerk ist jenes Buch aus dem Verlag Scheidegger & Spiess, das im Jahre 2003 als Katalogband zur Ausstellung Ferdinand Hodler. Landschaften im Kunsthaus Zürich erschien und jetzt als Neuauflage für alle Kunstfreunde im Allgemeinen und die Freude der Kunst von Ferdinand Hodler im Besonderen lieferbar ist. Rund 70 der schönsten und wichtigsten Gemälde zeigt der hervorragend und äusserst sorgsam ausgestattete Band, mit wichtigen Informationen zum Künstler und seinen Landschaftsbildern, bestechend gedruckt und in einen hochwertigen Einband gekleidet. Für Kunstfreunde, und besonders solche der Landschaftsmalerei, sowie für alle Verehrer von Ferdinand Hodler bietet dieser Band eine Zusammenschau seiner wichtigsten Werke, er bietet Sehgenuss vom Feinsten und ist letztlich eine würdige Hommage an einen der bedeutendsten Schweizer Künstler! Dieser Band sollte in keiner Sammlung von Kunstbüchern zur europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts fehlen!» Bücherrundschau

 

Pressestimmen zur ersten Auflage:
«Ein hervorragend gedrucktes Buch, das einen genussvollen Gang durch Hodlers Naturwelten bietet.» art

 

«Die Ruhe, die Hodler mit dem immer gleichen Prinzip herstellt, fällt auf: ein Berg, ein See, ein Tal, ein Baum, fast immer in die Mitte des Bildes gerückt. Die Welt bietet sich dem Betrachter frontal, von Angesicht zu Angesicht, Stück für Stück als direktes, fast zum Porträt individualisiertes Gegenüber. Nicht die Natur, aber diese Bilder wenden sich an uns. Sie fordern nicht, sondern sie bieten Raum zum Gespräch. Das ist bestechend einfach und strategisch kaum überbietbar.» Gerhard Mack, NZZ am Sonntag

 

«Es gibt einen innovativen Maler zu entdecken, der die fotografische Zoom-Perspektive lange vor der Pop-Art erfand. Hodler erscheint als waghalsiger Konstrukteur, der sich die Natur nach eigenen, überaus effektvollen Gesetzen anverwandelte. Statt die Natur realistisch wiederzugeben, verdichtete er, verzichtete auf Nebensächliches, betonte die Linien, spielte mit Licht und Farbe.» Brigitte Ulmer, Facts