Meinrad Schade – Krieg ohne Krieg

Fotografien aus der ehemaligen Sowjetunion

Vom Leben im Schatten von Konflikten: Ein hochaktuelles Fotobuch mit Texten zu den Folgen geschichtlicher Ereignisse für den einzelnen Menschen.

 

 

Titelinformation

Herausgegeben von Nadine Olonetzky. Mit Texten von Nadine Olonetzky, Fred Ritchin, Michail Schischkin und Daniel Wechlin

1. Auflage

, 2015

Text Deutsch und Englisch

Gebunden

264 Seiten, 161 farbige Abbildungen

22 x 27 cm

ISBN 978-3-85881-452-4

Inhalt

Wann beginnt ein Krieg und wann hört er wirklich auf? Spuren in der Landschaft bleiben, seelische Wunden werden an die Nachkommen weitergegeben. Der Dokumentarfotograf Meinrad Schade hielt ab 2003 in den Ländern, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden, ein fragil zwischen Krieg und Frieden schwebendes Alltagsleben fest: In Tschetschenien die Zerstörungen. In Inguschetien das Leben der Vertriebenen. In Kasachstan die Folgen der Atombombenversuche. In Nagorny-Karabach den Grenzkonflikt. In Russland und in der Ukraine die Erinnerungsrituale, die Paraden.

Das Buch präsentiert Schades Porträt-, Strassen- und Landschaftsaufnahmen in Bildpaaren und Bildfolgen, welche die Zusammenhänge und Konsequenzen ungelöster Konflikte deutlich machen. Nach einem Essay von Nadine Olonetzky zu den Folgen von Kriegen erläutert der Journalist Daniel Wechlin die politisch-historischen Hintergründe. Der Schriftsteller Michail Schischkin erzählt vom Untergang und Wiederaufbäumen des Sowjetimperiums. Und Fred Ritchin, Spezialist für Dokumentarfotografie, zeigt die Chancen und Grenzen der Reportagefotografie heute auf.

 

Das Buch erscheint zur gleichnamigen Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz in Winterthur.

 

«Ich glaube nicht mehr an die grosse Wirkung des Bildes. Es reicht mir, wenn die Leute, die meine Bilder anschauen, realisieren, dass der Krieg weiterwirkt, obwohl er angeblich längst vorbei ist – und wie man plötzlich wieder in den Krieg hineindriftet.» Meinrad Schade im Interview mit Susan Boos, WOZ – Die Wochenzeitung

 

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2016 in Silber in der Kategorie Konzeptionell-Künstlerischer Fotobildband.

 

Gestaltet von Hi-Visuelle Gestaltung.

Autoren & Herausgeber

Nadine Olonetzky

 (*1962, Zürich), Kulturjournalistin und Lektorin im Verlag Scheidegger & Spiess. Schreibt u. a. für die NZZ am Sonntag, Kataloge und Bücher zu Themen aus Fotografie, Kunst und Kulturgeschichte. Mitglied von Kontrast (kontrast.ch) in Zürich.

Fred Ritchin

, Direktor der Schule am International Center of Photography (ICP) in New York, Kodirektor des Photography and Human Rights Programms der New York University sowie Direktor und Mitbegründer der Agentur PixelPress. Autor und Beiträger mehrerer Bücher.

Michail Schischkin

 (*1961, Moskau), Schriftsteller. Zunächst als Lehrer und Journalist tätig. 1995 Übersiedlung in die Schweiz und Tätigkeit auch als Übersetzer. Seit einigen Jahren lebt er in Moskau, Berlin und in der Schweiz. Auszeichnung mit allen drei wichtigen russischen Literaturpreisen: Russischer Booker Prize (2000), Nationaler Bestseller-Preis (2006) und Big Book Prize (2006, 2011). Zuletzt erschienen die Romane Briefsteller (DVA, 2012) und Venushaar (DVA, 2011).

Daniel Wechlin

 (*1977, Luzern), Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Moskau. Studium der Allgemeinen und Osteuropäischen Geschichte sowie der Russischen Literatur in Zürich. Seit 2002 redaktionelle Tätigkeiten im Print- und Online-Bereich der NZZ. 2007 Eintritt in die Nachrichtenredaktion. Ab April 2011 politischer Korrespondent in Moskau für Russland, den Kaukasus und Zentralasien, seit Oktober 2014 zudem für Weissrussland und die Ukraine.

Echo

«Meinrad Schades Bilder sind nicht einfach Reportagefotos – es entsteht mehr: ein tiefgründiger Essay zu einem Thema, das zum Erschauern aktuell ist. Weil Schade über Jahre am Thema geblieben ist, bekommen die Bilder in ihrer zeitlichen Dimension eine Tiefenschärfe, die man zuvor nicht sah.» Susan Boos, WOZ – Die Wochenzeitung

 

«Man möchte dieses eindringliche Buch allen in die Hand drücken, die bei den gegenwärtigen Konflikten von Strategien reden und darüber die Menschen vergessen.» Gerhard Mack, NZZ am Sonntag

 

«Ein herzzerreissendes Dokument darüber, wie der Mensch den Menschen fertigmacht und wie selbst der nur indirekt vom Krieg Betroffene – und vor langem schon Betroffene – sich doch nie vollständig erholen kann.» Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau