Der Geschirrspüler hat dem guten alten Küchentuch einiges an praktischer Bedeutung geraubt. Dennoch bleibt dieses in vielen Haushalten gegenwärtig: handgewoben oder industriell produziert, fusselfrei oder saugfähig, schmutzig oder sauber, geerbt oder austauschbar. Als Textilie und Alltagsgegenstand steht das Küchentuch stellvertretend für viele gesellschaftlich relevante Themen wie unbezahlte Hausarbeit, Kolonialismus und Gleichberechtigung. Zudem weckt es vielfältige Assoziationen und ist Träger von Erinnerungen, Erlebnissen und Anekdoten.
Lange Zeit waren speziell angefertigte Küchentücher ein Luxus und den oberen Klassen vorbehalten. Industrielle Massenproduktion hat das geändert und heute lassen sich zwei Entwicklungen feststellen: Während Küchentücher als Designobjekte in Museumsshops und Handwerksläden ausliegen, sind sie zugleich standardisierte Billigware.
In Das Küchentuch. Ansichten zu einem Alltagsgegenstand treten dreizehn Autor:innen, Künstler:innen und Designer:innen in Dialog mit dem Objekt und untersuchen es journalistisch, künstlerisch, kulturgeschichtlich und technisch. Die Beiträge ergänzen sich und bringen neue Bezüge hervor. In Text und Bild regt das Buch dazu an das Küchentuch neu zu entdecken, als sinnliches Objekt, das weit mehr in sich trägt als ein Gebrauchsgegenstand.
«Ein gutes Geschenk für Küchenintellektuelle und alle, denen die Geschirrspülmaschine insgeheim eigentlich immer noch zu modern ist.» Süddeutsche Zeitung
«This quirky and endearing collection of essays spotlights that most hard-working of textiles – the tea towel, revealing its surprising potency as medium at once poetic, personal – and political.» Aimee Farrell The year’s best interiors book. Financial Times House & Home
«13 Autoren treten mit dem Objekt in Dialog. Ihre Beiträge umkreisen das Geschirrtuch journalistisch, kulturgeschichtlich, künstlerisch und technisch. Es ist im höchsten Masse beglückend, ihnen durch den wunderbar gestalteten Band zu folgen. [ … ] Das gesamte Buch lebt von diesem Wechsel zwischen Forschung und Erklärung auf der einen und einem Weiterdenken in private und politische Bereiche auf der anderen Seite.» Jochen Overbeck, Welt am Sonntag